Institut Onken - Newsletter Nr.01, Januar 2006
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 Lerntipp 1

Wie Sie Ihre Lern-Motivation auf Erfolg trimmen

Erfolgreiches Lernen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In dieser Lerntipp-Serie werden Sie die wichtigsten Methoden kennen lernen, um leichter, besser und effektiver zu lernen.

Der erste Lerntipp setzt bei einer Erfahrung an, die Sie kennen und daher leicht nachvollziehen können. Lerninhalte, für die Sie sich interessieren, die Sie spannend finden, die Ihnen Freude bereiten lernen Sie ohne Mühe. Die meisten Jungs erkennen die Automarke und den Autotyp eines vorbeifahrenden Autos in Bruchteilen von Sekunden. Mussten sie dafür die Schulbank drücken und Autotypen „büffeln“? Keine Spur von all dem! Das Lernen vollzog sich ganz natürlich. Die Triebfeder war pures Interesse.

Kein Zweifel: Starkes Interesse, Begeisterung, Entdeckerfreude sind die besten Motoren für erfolgreiches Lernen. Stimmt die Motivation, laufen die Lernprozesse wie geschmiert und der Lernerfolg stellt sich ohne grosse Anstrengung wie von selbst ein.

Motivation heisst das Zauberwort. Hier müssen Sie als erstes ansetzen, um Ihr Lernverhalten wirkungsvoll zu verbessern. „Leichter gesagt als getan!“ werden Sie jetzt vielleicht einwenden. „Wie soll ich mich für etwas begeistern, was mich nicht besonders interessiert?“ Als Schulkind konnten Sie ein ganzes Fachgebiet mit einem verächtlichem „Wozu soll Geschichte gut sein! Das ist alles altes Zeug. Schnee von gestern!“ aus dem Reich Ihrer Interessen verbannen. Als Erwachsener sollten Sie genau das nicht mehr tun. Eine negative Einstellung zum Lerngegenstand ist Gift für das Lernen.

Prüfen Sie, bevor Sie einen Vortrag besuchen, einer Präsentation folgen oder einem Seminar beiwohnen, wie es mit Ihrer inneren Einstellung zum Lerngegenstand steht. Seien Sie dabei ehrlich, machen Sie sich nichts vor. Stellen Sie eine eher ablehnende, desinteressierte oder gleichgültige, laue Haltung fest, dann unternehmen Sie aktiv etwas dagegen. Polen Sie Ihre negative Motivation um.

Reframing

Die Art und Weise wie Sie die Welt betrachten und die Dinge um sich wahrnehmen, woran Sie glauben, welche Werte Sie Ereignissen oder Dingen beimessen ist individuell. Dieser Rahmen (Frame) durch den Sie die Welt betrachten ist nicht starr, nicht in Stein gemeisselt. Sie können ihn verändern, das nennt man „reframing“. Den Rahmen verändern Sie, wenn Sie die Dinge in ein anderes Licht rücken, von einem anderen Blickwinkel betrachten, die Perspektive verändern. Ein gute Technik, das Reframing zu aktivieren, besteht darin, sich drei konkrete Situationen vorzustellen, in denen Ihnen das neue Wissen hilfreich sein kann. Auf diese Weise schaffen Sie eine persönliche Beziehung zum Thema.

Fragen stellen

Diese Methode ist äusserst wirkungsvoll. Stellen Sie Fragen? Denken Sie fragend. Und versuchen Sie durch die Beschäftigung mit dem Lerngegenstand, Antworten auf Ihre Fragen zu finden. Verwandeln Sie die Überschriften in Fragen. Sammeln Sie die Kernbegriffe des Lerngegenstands und versuchen Sie, darüber mehr zu erfahren. Das Internet ist ein ausgezeichnetes Medium, um rasch treffende Antworten zu erhalten. Was ist der Kerngedanke? Warum geht es? Wie könnte man das einfacher sagen?

Die „Tun als ob“-Methode

Finden Sie heraus, wie Sie sich verhalten, wenn Sie von etwas begeistert sind. Was fühlen Sie? Wie bewegen Sie sich? Wie nehmen Sie Ihre Umwelt wahr? Wie ist Ihre Stimme, wenn Sie sprechen? Wie gehen Sie auf andere zu? Wie lesen Sie? Haben Sie Ihr Verhaltens-Modell herausgefunden? Gut, dann verhalten Sie sich bei einem Inhalt, der Sie weniger interessiert, ebenso.

Seien Sie ein Profiteur

Wenn Sie ein Seminar besuchen, ein Fachbuch studieren oder an einem Kongress teilnehmen, investieren Sie Ihre wertvolle Zeit. Machen Sie sich zur Devise: „Wenn ich schon Zeit investiere, dann will ich auch davon so viel wie möglich profitieren!“. Ja, setzen Sie sich bei jedem Lernprozess das Ziel, einen Profit für sich persönlich herauszuholen. Wenn Sie gelangweilt, demotiviert sind, können Sie sicher sein, dass Sie nur Ihre Zeit verschwenden. Seien Sie also wach, machen Sie Notizen, stellen Sie Fragen, seien Sie aktiv und lebendig. Wenn Sie bemerken, dass Sie nur auf das „Ende“ warten, dass Sie passiv werden, klopfen Sie sich freundlich auf Ihre Schultern und wecken Sie erneut Ihre innere aktive Teilnahme.

Fassen wir zusammen

Die beste Triebfeder für erfolgreiches Lernen ist lebendiges Interesse, Begeisterung am Lerngegenstand. Prüfen Sie deshalb beim Lernen Ihre Lernmotivation. Ist sie schwach, kurbeln Sie sie an. Ist sie negativ, polen Sie sie aktiv um. Setzen Sie sich bei jedem Lernprozess das Ziel, möglichst viel für Ihr Leben zu profitieren, indem Sie sich aktiv und lebendig mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen. Viel Erfolg.

Jungs erkennen den Typ und die Marke eines vorbeifahrenden Autos oft in Bruchteilen von Sekunden. Gelernt haben sie diese Fähigkeit ohne zu „büffeln“, aus reiner Freude wie von selbst.
 
 
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